BLICKPUNKTNATUR

An dieser Stelle möchte ich immer wieder mal über meine aktuellsten Naturschutzaktivitäten/ Projekte, oft im Zusammenwirken mit den unter "Naturschutz allgemein" aufgeführten Vereinen/Verbänden sowie mit der Gemeinde Ehringshausen, hier im Rahmen der Aktion "Mehr Vielfalt für Ehringshausen draußen",berichten. Dies tue ich besonders deshalb, weil ich damit zeigen möchte, dass es manchmal schon mit kleinen Maßnahmen möglich ist einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften auszuüben. Um nicht zu textlastig zu werden stelle ich nachfolgend ein paar Kurzinformationen ein und zeige Aufnahmen von den Aktionen sowie/ oder/ undvon  Tieren und Pflanzen, die in den Kleinlebensräumen entstanden sind oder darauf hinweisen.

 

Wildkatzenmonitoring

Derzeit (seit Februar 2018) beteilge ich mich an einer vom BUND Hessen initiierten Untersuchung zum Wildkatzenvorkommen im Lahn-Dill-Bergland. Dafür wurden im Gesamtgebiet der Untersuchung in sechs Rasterflächen von je 100 km2 Größe je 10 Lockstöcke, also insgesamt 60 Pflöcke aufgestellt. Diese mit Baldrian besprühten Hölzer wurden wöchentlich kontrolliert. Mit einem Bekannten war ich für drei Stöcke, am südlichen Rand des Untersuchungsgebietes zuständig. Bei der Kontrolle wurde geprüft, ob Tierhaare an dem rauhen Holz vorhanden sind (siehe Bild). Diese wurden vorsichtig mit einer Pinzette abgenommen, sicher verwahrt um dann nun gentechnisch in einem Speziallabor analysiert zu werden. Bis Anfang April waren wir drei Mal erfolgreich. Wir sind nun sehr gespannt, was die gentischen Untersuchungen erbringen werden. Im zweiten Bild ist ein junger Wildkater zu sehen, der von Hnad aufgezogen und später ausgewildert wurde.

 

Arnikapflanzungen im Vorgriff auf die Umsetzung eines Magerasenkonzepts

Arnika (arnica monatna), auch Bergwohlverleih genannt, hat es vermutlich früher auch bei uns an den Hängen des Lemptales, auf Magerrasenflächen gegeben. Auf Vorschlag der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V. bzw. der Projektgemeinschaft ArnicaHessen hat vor ein paar Wochen eine Pflanzaktion zur Wiederansiedlung der selten gewordenen Blume auf dem "Seeberg" bei Ehringshausen-Dreisbach stattgefunden. Die Pflanzen wurden aus Saatgut von Arnika einer Fläche bei Sinn-Fleisbach im Botanischen Garten Marburg gezüchtet. Die Aktion wird auch von der Hochschule Geisenheim begleitet. Dank fleißigem Gießen einiger unentwegter Helfer in den zurückliegenden trockenen Wochen sind die Pflänzchen fast alle angewachsen! Man ist gespannt, ob die Blumen im nächsten Jahr schon zur Blüte kommen werden. Die Bilöder zeigen die Gruppe nach der Pflanzaktion und den Arnikas in Fleisbach.

 

"Mehr Vielfalt für Ehringshausen draußen"

Hierbei geht es darum im gesamten Gemeindegebiet/ in den Gemarkungen von Ehringshausen und in den Dörfern zu mehr Vielfalt zu kommen. Auf meine Anregung hin wurde 2017 ein "Runder Tisch" ins Lenben gerufen, zu dem alle Vertreter von Interessengemeinschaften die sich irgendwie mit dem Thema "Natur" beschäftigen eingeladen sind. Veranstalter ist die Gemeinde Ehirngshausen. Die Runde trifft sich zweimal im Jahr. Schwerpunkt ist derzeit die Schaffung von Blühflächen inner- und außerorts, um die Vielfalt allgemein zu steigern und speziell Hilfe für Insekten und davon lebende Tiere zu schaffen. Wichtig dabei ist es Blühmischungen zu verwenden, die keine Gefahr genetischer Veränderungen von Freilandarten in sich bergen. Von Naturschutzseite ist der Idealfall draußen der, gar keinen Samen auszubringen, sondern auf chemisch unbehandelten Ackerflächen (ungedüngt) die natürliche  Ackerbegleitflora zu fördern. Wenn ausgesät wird, erfolgt dies möglichst "dünn", mit einer unproblematischen Mischung, damit das im Untergrund durchaus noch vorhandene Samenpotential zur Blüte kommt! In diesem Jahr zeigen sich draußen besonders einzelne "Zweijahresflächen", also solche die im Vorjahr mit einer Fünfjahresmischung eingesät wurden, besonders schön und artenreich (siehe Bilder). Innerorts geht es mit einer bunteren Mischung auch um die Schaffung von Bewusstsein für mehr Vielfalt in der Bevölkerung, weg vom heute in den Vorgärten favorisierten Einheits-Rasengrün. Die Gemeinde hat hier mehr als zehn Vorzeigeflächen angelegt (auch auf Friedhöfen), und eine stattliche Anzahl Privatleute macht auch mit!