BLICKPUNKTNATUR

An dieser Stelle möchte ich immer wieder mal über meine aktuellsten Naturschutzaktivitäten/ Projekte, oft im Zusammenwirken mit den unter "Naturschutz allgemein" aufgeführten Vereinen/Verbänden sowie mit der Gemeinde Ehringshausen, hier im Rahmen der Aktion "Mehr Vielfalt für Ehringshausen draußen",berichten. Dies tue ich besonders deshalb, weil ich damit zeigen möchte, dass es manchmal schon mit kleinen Maßnahmen möglich ist einen positiven Einfluss auf die Artenvielfalt in unseren Kulturlandschaften auszuüben. Um nicht zu textlastig zu werden stelle ich nachfolgend ein paar Kurzinformationen ein und zeige Aufnahmen von den Aktionen sowie/ oder/ und von  Tieren und Pflanzen, die in den Kleinlebensräumen entstanden sind oder darauf hinweisen.

 

Wildkatzenmonitoring

Das Anfang Februar 2018 begonnene Wildkatzenmonitoring für das Lahn-Dill-Bergland ist abgeschlossen. Am Dienstag, den 13. November 2018 hat die für die federführende Organisation BUND Hessen zuständige Mitarbeiterin Susanne Schneider in Bad-Endbach über die Ergebnisse berichtet. Zahlreiche ehrenamtliche Helfer (einschließlich meiner Wenigkeit), unterstützt vom Verein Region Lahn-Dill-Bergland e.V. mit Geschäftsführerin Marion Klein an der Spitze, den Fortsämtern Wetzlar, Herborn und Marburg, hatten bis in den April hinein insgesamt 60 Lockstöcke, auf 600 km2 Waldfläche, wöchentlich kontrolliert und dabei, wenn vorhanden, Haarproben genommen sowie die Stöcke wieder neu mit Baldrian eingesprüht. Die Katzen (aber auch andere Waldtiere) lieben diesen Duft und reiben sich dann in der Regel an den sägerauhen Hölzern, wobei Haare zurück bleiben. Insgesamt wurden 77 Haarproben genommen und anschließend im Senckenbergmuseum Frankfurt, Außenstelle Gelnhausen gentechnisch untersucht. 41 Haarproben konnten Katzen zugeordnet werden, die zu 16 verschiedenen Wildkatzen gehören (11 Kuder, 5 weibliche Wildkatzen). An einem von Werner Schmidt und mir überwachten Stock im Wald bei Aßlar-Obelemp war ebenfalls ein positive Probe. Die Nachweise verteilen sich flächendeckend über das gesamte Untersuchungsgebiet. Es kann festgestellt werden, dass die Wildkatze überall im Lahn-Dill-Bergland da ist, jedoch in (noch) relativ geringer Anzahl. Interessant ist auch noch, dass in unserem Gebiet die Ostpopulation der Wildkatzen Deutschlands auf die Westpopulation trifft.

Über die Ergebisse und allgemein über den äußerst interessanten, aber scheuen Waldbewohner "Wildkatze" berichte ich als jetzt bestellter Wildkatzenbotschafter des BUND in Schulen und auch, auf Wunsch, bei Erwachensen-Veranstaltungen (Naturschutzvereine usw.).

Das Wildkatzenmonitoring soll Anfang 2019 in unserer Region mit dem Projekt "Untersuchung des Wildkatzenvorkommens in der Hörre" fortgesetzt werden. Organisator ist der Naturschutzring Ehringshausen e.V., unterstützt vom BUND, dem Forstamt Wetzlar und einem Jagdpächter. Besonders die Kinder und Jugendlichen der Nachwuchsgruppe "Die Wiesel" werden mit eingebunden. Konkretere Infos gibt es zu gegebener Zeit.

Unten stehende Bilder zeigen die Arbeit an einem Lockstock und Wildkatzen in einem Wald bei Schöffengrund-Schwalbach aus dem Jahr 2012 sowie aus dem Tiergarten Weilburg 2018.

 

Arnikapflanzungen im Vorgriff auf die Umsetzung eines Magerasenkonzepts

Arnika (arnica monatna), auch Bergwohlverleih genannt, hat es vermutlich früher auch bei uns an den Hängen des Lemptales, auf Magerrasenflächen gegeben. Auf Vorschlag der Landschaftspflegevereinigung Lahn-Dill e.V. bzw. der Projektgemeinschaft ArnicaHessen hat im Frühjahr eine Pflanzaktion zur Wiederansiedlung der selten gewordenen Blume auf dem "Seeberg" bei Ehringshausen-Dreisbach stattgefunden. Die Pflanzen wurden aus Saatgut von Arnika einer Fläche bei Sinn-Fleisbach im Botanischen Garten Marburg herangezogen. Die Aktion wird auch von der Hochschule Geisenheim begleitet. Dank fleißigem Gießen einiger unentwegter Helfer in den zurückliegenden trockenen Wochen und Monaten sind die Pflänzchen fast alle angewachsen! Man ist gespannt, ob die Blumen im nächsten Jahr schon zur Blüte kommen werden. Die Bilder zeigen die Gruppe nach der Pflanzaktion und den Arnikas in Fleisbach.

 

"Mehr Vielfalt für Ehringshausen draußen"

Hierbei geht es darum im gesamten Gemeindegebiet/ in den Gemarkungen von Ehringshausen und in den Dörfern zu mehr Vielfalt zu kommen. Auf meine Anregung hin wurde 2017 ein "Runder Tisch" ins Leben gerufen, zu dem alle Vertreter von Interessengemeinschaften die sich irgendwie mit dem Thema "Natur" beschäftigen eingeladen sind. Veranstalter ist die Gemeinde Ehirngshausen. Die Runde trifft sich zweimal im Jahr. Schwerpunkt ist derzeit die Schaffung von Blühflächen inner- und außerorts, um die Vielfalt allgemein zu steigern und speziell Hilfe für Insekten und davon lebende Tiere zu schaffen. Wichtig dabei ist es, Blühmischungen zu verwenden, die keine Gefahr genetischer Veränderungen von Freilandarten in sich bergen. Von Naturschutzseite ist der Idealfall draußen allerdings der, gar keinen Samen auszubringen, sondern auf chemisch unbehandelten Ackerflächen (ungedüngt) die natürliche  Ackerbegleitflora zu fördern. Wenn ausgesät wird, erfolgt dies möglichst "dünn", mit einer unproblematischen Mischung, damit das im Untergrund durchaus noch vorhandene Samenpotential zur Blüte kommt! In diesem Jahr zeigen sich draußen besonders einzelne "Zweijahresflächen", also solche die im Vorjahr mit einer Fünfjahresmischung eingesät wurden, besonders schön und artenreich (siehe Bilder). Ansonsten hat die Dürre des Sommers seine Spuren hinterlassen, bzw. besser formuliert, keine große Blütenpracht zugelassen. Innerorts geht es mit einer bunteren Mischung auch um die Schaffung von Bewusstsein für mehr Vielfalt in der Bevölkerung, weg vom heute in den Vorgärten favorisierten Einheits-Rasengrün. Die Gemeinde hat hier mehr als zehn Vorzeigeflächen angelegt (auch auf Friedhöfen), und eine stattliche Anzahl Privatleute hat auch mitgemacht!