BLICKPUNKTNATUR
Einleitung
 
Seit fast 50 Jahren betätige ich mich mit mehr oder weniger Hartnäckigkeit und mit mehr oder weniger Erfolg auf dem Gebiet des ehrenamtlichen Naturschutzes in unserer Region; sapeziell der Vogelschutz liegt mir sehr am Herzen. Seit 1969 bin ich im Vorstand der Vogelschutzgruppe Kölschhausen, heute Vogel- und Naturschutzfreunde Kölschhausen e.V., tätig (maßgebender Initiator zur Gründung der Gruppe; zunächst 2. Vorsitzender, seit 1996 1. Vorsitzender). Der Verein Naturschutzring Ehringshausen e.V. (NRE), dessen Gründung ebenfalls auf mein Drängen zurückgeht ist in diesem Jahr 30 Jahre alt. Seit Anbeginn bin ich dessen Vorsitzender. Der NR unterhält seit 15 Jahren die Kinder- und Jugendgruppe „Die Wiesel“, eine Einrichtung, die mir außergewöhnlich wichtig erscheint, weil insbesondere in dieser Gesellschaftsgruppe der Medieneinfluss sich noch negativer auswirkt als bei den Erwachsenen. Dass es außerhalb der Städte und Dörfer Felder, Wiesen und Wälder gibt, wo sich Leben abspielt, ist den meisten heute nicht mehr bewusst und für sehr viele Menschen, nicht nur junge ohne jegliche Bedeutung - Naturverständnis entwickelt sich, wenn überhaupt, vor der Flimmerkiste! Nicht selten entwickelt sich dabei ein skurriles Naturverständnis. Unablässig bin ich mit Vorträgen und anderen Aktivitäten dabei hier Bewusstseinsbildung zu betreiben. 
  
 
 
 
Gemeinsame Ziele der Organisationen
 
Die vorgenannten Gruppen haben ein gemeinsames Ziel, nämlich der anhaltenden bzw. weiter voranschreitenden Verarmung an Tier- und Pflanzenarten sowie an Lebensräumen in unserer Landschaft entgegenzuwirken. Diesbezüglich werden die verschiedensten Anstrengungen unternommen, wohl wissend, dass unser Tun als Gegenpol zur globalen Naturzerstörung weit weniger als der besagte „Tropfen auf den heißen Stein“ sein kann. Aber wie war das noch mit dem „Apfelbäumchen“, dessen Pflanzung Martin Luther schon vor etwa 500 Jahren propagiert hat!
Die beiden Vereine haben einen Arbeitsschwerpunkt in der sogenannten „Landschaftspflege“ entwickelt. Damit ist gemeint, dass in verschiedenen ökologisch bedeutsamen Landschaftsbereichen, besonders in den Feldgemarkungen auf meist kleineren Flächen eine Art Ersatzlandwirtschaft der altbäuerlichen Art betrieben wird. Dies meint zum Beispiel die Koordination der Beweidung von Magerrasenflächen mit Schafen oder Ziegen, in der Form, wie es über hunderte von Jahren auf einzelnen der Gemeinschaft gehörenden Flächen der Fall gewesen ist (Beweidung von Allmende-Flächen). Diese Arbeiten, beispielweise auch das Mähen von Nass- und Feuchtwiesen mit kleinen Mähgeräten und die anschließende Schnittgutbeseitigung von der Fläche, zur fortwährenden Aushagerung, oder das Schneiden von Obstbäumen und das Mähen der Obstwiesen sind körperliche Schwerarbeit. Ein Erfolg stellt sich oft erst nach mehreren Jahren ein. Umso schöner ist es dann, wie zum Beispiel in den letzten Jahren geschehen, in den von uns betreuten Magerrasengebieten der Wendehals wieder erfolgreich brütet.
Ein weiteres Ziel ist die Öffentlichkeitsarbeit, entweder in Form jährlich stattfindender Vogelstimmenwanderungen im Frühjahr (über NRE) oder zum Beispiel mit Vorträgen, worüber sich meine naturfotografische Tätigkeit besonders gut mit dem Naturschutzanliegen verbinden lässt. Dieses Tun steht unter dem Motto „Nur was der Mensch kennt ist er auch bereit zu schützen!“. Ganz wichtig ist auch die Werbung für regionale Produkte, um damit die Landwirtschaft vor Ort zu stützen.
 
  
 
Naturschutzring (NRE)
 
Der NRE wurde 1987 gegründet. Er soll eine Bündelungseinrichtung für die in der Gemeinde Ehringshausen agierenden naturnahen Vereine sein. Der Naturschutzring will also mit einer Sprache sprechen. Der Verein hat derzeit 12 Korporativmitglieder, aber auch  Einzelmitglieder. Unter anderem ist auch die Gemeinde Ehringshausen Mitglied im NRE. Ein wichtiges Glied im Verein ist die Kindergruppe "Die Wiesel" (siehe unten). Außerdem gibt es eine Landschaftspflegeabteilung. Darüber werden zahlreiche Gemeindegrundstücke bearbeitet. Über den NRE werden auch Missstände angesprochen und Negativeinflüsse auf die Natur zum Ausdruck gebracht. Jüngstes Beispiel sind die Planungen für die Errichtung eines neuen REWE-Marktes im Breich von Streuobs- und Salbeiwiesen in der Nähe von Ehringshausen. Der NRE beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit bestimmten Themen. So ist vor zwei Jahren einiges in Sachen "Erhaltung von Obstwiesen", zum Teil in Zusammenarbeit mit der Gemeindeverwaltung, initiert worden. Seit kurzem versucht der Verein einiges für die Erhöhung des Blumenvielfalt draußen zu tun, um dem rasanten Rückgang der Insektenfauna eine Einhalt zu gebieten. Besonders soll die typische Ackerbegleitflora eine Stützung erfahren. Auf dem gennanten Gebiet ist eine enge Zusammenrbeit mit den örtlichen Landwirten sehr wichtig, die derzeit noch in den Anfangsstadien steckt, jedoch nicht aussichtlos erscheint.
 
 
 
 
 
Natur- und Heimatkundlicher Rundwanderweg Kölschhausen
 
Mit dieser Einrichtung, einem etwa 7 Kilometer langen Wanderweg verfolgt der Verein Vogel- und Naturschutzfreunde Kölschhausen e.V. das Ziel, dem Wanderer die Zusammenhänge der notwendigen Bewirtschaftung von Flächen in den Feldlagen und der damit einhergehenden Artenausstattung/ Artenvielfalt näher zu bringen. Im Wald gilt dagegen, zumindest auf ausgesuchten Teilflächen, möglichst das Gegenteil, nämlich nichts zu tun, die Natur sich selbst zu überlassen. Dies gilt für das Gebiet einer Altholzinsel und eine am Waldrand liegende Teichanlage ungefähr auf halber Wegstrecke. Mit zahlreichen entlang des Weges aufgestellten Basaltsäulen und den daran angebrachten kleinen Infotafeln werden entsprechende Erläuterungen zu Natur- und Naturschutzthemen, aber auch zu heimatgeschichtlichen Ereignissen gegeben. Die Basaltsäulen wurden deshalb gewählt, weil die an dem Wanderweg liegende „Koppe“, die höchste Erhebung bei Kölschhausen, Säulenbasalt in aufgeschlossener Form an seiner Nordseite in eindrucksvoller Weise präsentiert. Entlang des Weges gibt es einzelne Naturschutzeinrichtungen zu sehen, etwa eine Insektennistwand oder einen Steinlesehaufen als Unterschlupf für Reptilien. Der Pflanzgarten mit einer Schutzhütte, ungefähr auf halber Streckenlänge, lädt zum Verweilen ein. Der Weg existiert seit 1997. Weitergehende Informationen sind einem Begleitheft zu entnehmen (kann über den Verfasser angefordert werden).
 
 
 
 
Kinder- und Jugendgruppe „Die Wiesel“
 
Die Gruppe „Die Wiesel“ besteht seit 2002. Schon vorher wurde von den Vereinen immer wieder versucht Kinder für den Naturschutz zu gewinnen, allerdings in nicht so intensiver Form wie in den letzten Jahren, und mit immer wieder hinzunehmenden Rückschlägen. Wenn die Jungen und Mädchen in ein pubertäres Alter kommen, haben sie oft andere Interessen und sie bleiben den Veransatltungen fern. Mit der Gruppenarbeit soll den Kindern zum einen Wissen vermittelt werden, und sie sollen sich der Notwendigkeit des Naturschutzes bewusst werden. Gleichfalls geht es auch um Naturerleben schlechthin, oft in spielerischer Form. Übers Jahr verteilt werden mindestens 10 verschiedene Veranstaltungen/ Aktivitäten angeboten, wie Müllsammeln, biologische Bachwasseruntersuchungen, Zeltwochenende.
Gemäß der Mitgliederliste gehören heute fast 40 Kinder zu den Wieseln, wobei es schwer fällt Kinder im fortgeschrittenen Alter, wie oben erwähnt, in der Gruppe zu halten. Diesbezüglich werden jetzt verstärkte Anstrengungen unternommen, z.B. über eine kleine Naturfotogruppe und die Beteiligung der großen Wiesel bei Arbeitseinsätzen im Gelände. Seit Anfang 2017 gibt es die Wieselwerkstatt im Treffpunkt Bahnhofstraße in Ehringshausen. Dies ist ein der Gemeinde gehörender Gebäudekomplex, in dem vor allem die Ehringshäuser Senioren, wie auch unser Verein, oft mit den Wieseln, Veranstaltungen anbieten. So gibt es in diesem Jahr die 3. Auflage des Apfel- und Kartoffelfestes, und zwar am 3. Oktober 2017. Die Wiesel werden dabei die in der Werkstatt übers Jahr entstandenen Produkte wie Insektennistklötze und Nistkästen für Vögel zum  Verkauf anbieten. Auch wird es sogenannte Samenbomben mit Blumensamenmischungen zu kaufen geben. Mit diesen Aktionen soll gezielt auch Werbung für mehr Blumen im Feld, wie in den Gärten und für die notwendige Hilfe für unsere Insekten gemacht werden.