BLICKPUNKTNATUR
Naturschutzaktivitäten
 
 
Einleitung
 
Seit etwa 45 Jahren betätige ich mich mit mehr oder weniger Hartnäckigkeit auf dem Gebiet des ehrenamtlichen Naturschutzes; speziell der Vogelschutz liegt mir besonders am Herzen. Seit 1969 bin ich im Vorstand der Vogelschutzgruppe Kölschhausen, heute Vogel- und Naturschutzfreunde Kölschhausen e.V., tätig (seit 1996 1. Vorsitzender). In diesem Jahr besteht der Verein Naturschutzring Ehringshausen e.V. (NR) 25 Jahre, als dessen Vorsitzender ich ebenfalls gewählt bin. Der NR unterhält seit 10 Jahren die Kinder- und Jugendgruppe „Die Wiesel“, eine Einrichtung, die mir außergewöhnlich wichtig erscheint, weil insbesondere in dieser Gesellschaftsgruppe der Medieneinfluss sich noch negativer auswirkt als bei Erwachsenen. Dass es außerhalb der Städte und Dörfer Felder, Wiesen und Wälder gibt, wo sich Leben abspielt, ist den meisten heute nicht mehr bewusst und für sehr viele ohne jegliche Bedeutung - Naturverständnis entwickelt sich, wenn überhaupt, vor der Flimmerkiste!
  
 
 
 
Gemeinsame Ziele der Organisationen
 
Die vorgenannten Gruppen haben ein gemeinsames Ziel, nämlich der immer noch anhaltenden bzw. weiter voranschreitenden Verarmung an Tier- und Pflanzenarten sowie an Lebensräumen in unserer Landschaft entgegenzuwirken. Diesbezüglich werden die verschiedensten Anstrengungen unternommen, wohl wissend, dass unser Tun als Gegenpol zur globalen Naturzerstörung weit weniger als der besagte „Tropfen auf den heißen Stein“ sein kann. Aber wie war das noch mit dem „Apfelbäumchen“, dessen Pflanzung Martin Luther schon vor etwa 500 Jahren propagiert hat!
Die beiden Vereine haben einen Arbeitsschwerpunkt in der sogenannten „Landschaftspflege“ entwickelt. Damit ist gemeint, dass in verschiedenen ökologisch bedeutsamen Landschaftsbereichen, besonders in den Feldgemarkungen auf kleinen und größeren Flächen eine Art Ersatzlandwirtschaft der altbäuerlichen Art betrieben wird. Dies meint zum Beispiel die Koordination der Beweidung von Magerrasenflächen mit Schafen oder Ziegen, in der Form, wie es über hunderte von Jahren auf einzelnen der Gemeinschaft gehörenden Flächen der Fall gewesen ist (Allmende-Wirtschaft). Diese Arbeiten, beispielweise auch das Mähen von Nass- und Feuchtwiesen mit kleinen Mähgeräten und die anschließende Schnittgutbeseitigung von der Fläche, zur fortwährenden Aushagerung, oder das Schneiden und Mähen von Streuobstbäumen und -wiesen sind körperliche Schwerarbeit. Ein Erfolg stellt sich oft erst nach mehreren Jahren ein. Umso schöner ist es dann, wie zum Beispiel in diesem Jahr geschehen, wenn in unserem Magerrasengebiet wieder einmal eine Wendehalsbrut erfolgreich zum Abschluss kommt.
Ein weiteres Ziel ist die Öffentlichkeitsarbeit, entweder in Form jährlich stattfindender Vogelstimmenwanderungen im Frühjahr (über NR) oder zum Beispiel mit Vorträgen, worüber sich meine naturfotografische Tätigkeit besonders gut mit dem Naturschutzanliegen verbinden lässt. Dieses Tun steht unter dem Motto „Nur was der Mensch kennt ist er auch bereit zu schützen!“.
 
  
 
Naturschutzring (NR)
 
Der NR wurde 1987 gegründet. Er soll eine Bündelungseinrichtung für die in der Gemeinde Ehringshausen agierenden naturnahen Vereine sein. Der Naturschutzring will also mit einer Sprache sprechen. Der Verein hat Korporativmitglieder, aber auch  Einzelmitglieder. Unter anderem ist auch die Gemeinde Ehringshausen Mitglied im NR. Ein wichtiges Glied ist die Kindergruppe "Die Wiesel" (siehe unten). Außerdem gibt es eine Landschaftspflegegruppe. Über den NR werden auch Missstände angesprochen und Negativeinflüsse auf die Natur zum Ausdruck gebracht. Jüngstes Beispiel sind die Planungen nach dem "Entwurf des Teilregionalplans Energie Mittelhessen". Danach ist im veträumten, landschaftlich und aus Sicht des Artenschutzes hochwertigen Roßbachtal bei Niederlemp eine Biogasanlage geplant, die vom NR strikt abgelehnt wird.
 
 
 
 
 
Natur- und Heimatkundlicher Rundwanderweg Kölschhausen
 
Mit dieser Einrichtung, einem etwa 7 Kilometer langen Wanderweg verfolgt der Verein Vogel- und Naturschutzfreunde Kölschhausen e.V. das Ziel, dem Wanderer die Zusammenhänge der notwendigen Bewirtschaftung von Flächen in den Feldlagen und der damit einhergehenden Artenausstattung/ Artenvielfalt näher zu bringen. Im Wald gilt dagegen, zumindest auf ausgesuchten Teilflächen, möglichst das Gegenteil, nämlich nichts zu tun, die Natur sich selbst zu überlassen. Dies gilt für das Gebiet einer Altholzinsel oder eine am Waldrand liegende Teichanlage. Mit zahlreichen entlang des Weges aufgestellten Basaltsäulen und den daran angebrachten kleinen Infotafeln werden entsprechende Erläuterungen zu Natur- und Naturschutzthemen, aber auch zu heimatgeschichtlichen Ereignissen gegeben. Die Basaltsäulen wurden deshalb gewählt, weil die an dem Wanderweg liegende „Koppe“, die höchste Erhebung bei Kölschhausen, Säulenbasalt in aufgeschlossener Form an seiner Nordseite in eindrucksvoller Weise zeigt. Entlang des Weges gibt es einzelne Naturschutzeinrichtungen zu sehen, etwa ein Insektenhotel oder einen Steinlesehaufen als Unterschlupf für Reptilien. Der Pflanzgarten mit einer Schutzhütte, ungefähr auf halber Streckenlänge, lädt zum Verweilen ein.
Der Weg existiert seit 1997. Weitergehende Informationen sind einem Begleitheft zu entnehmen (kann über den Verfasser angefordert werden).
 
 
 
 
Kinder- und Jugendgruppe „Die Wiesel“
 
Die Gruppe „Die Wiesel“ besteht seit 2002. Schon vorher wurde von den Vereinen immer wieder versucht Kinder für den Naturschutz zu gewinnen, allerdings in nicht so intensiver Form wie in den letzten Jahren, und mit immer wieder hinzunehmenden Rückschlägen. Wenn die Jungen und Mädchen in ein pubertäres Alter kommen, haben sie oft andere Interessen und sie reagieren nicht mehr auf die Einladungen. Mit der Gruppenarbeit soll den Kindern zum einen Wissen vermittelt werden, und sie sollen sich der Notwendigkeit des Naturschutzes bewusst werden. Gleichfalls geht es auch um Naturerleben schlechthin, oft in spielerischer Form. Übers Jahr verteilt werden 10 bis 12 verschiedene Veranstaltungen/ Aktivitäten angeboten, wie Müllsammeln, biologische Bachwasseruntersuchungen, Zeltwochenende usw.
Gemäß der Mitgliederliste gehören heute fast 40 Kinder zu den Wieseln, wobei es schwer fällt Kinder im fortgeschrittenen Alter, wie oben erwähnt, in der Gruppe zu halten. Diesbezüglich werden jetzt verstärkte Anstrengungen unternommen werden, z.B. durch gezielte Angebote für Kinder im forgeschrittenen Alter.